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Freiwilliger Verzicht auf Essen und Trinken Sterbefasten begleiten

Wie geht Sterbefasten / FVET

Sterbelotse Andreas Striefler - Auszug aus dem bald erscheinenden Buch

  1. Einordnung
  2. Freiwilligkeit und Freiverantwortlichkeit
  3. Einvernehmlich
  4. Abbrechbar
  5. Der Raum
  6. Die Zeit(planung)
  7. Papierkrams, Wünsche
  8. Medizin
  9. Totenschein
  10. Verlauf
  11. Mundpflege
  12. MindPower
  13. Danach
  14. Sterbelotse

Einordnung

Sterbefasten oder Freiwilliger Verzicht auf Essen und Trinken (FVET) ist in meinen Augen kein Suizid, sondern das „nicht mehr leben können oder wollen dieses Lebens“. Sterbefasten ist das Gleiten aus dem Leben. Dazu gibt es allerdings unterschiedliche Auffassungen. Ich werde hier nicht die medizinische Pathophysiologie des FVET beschreiben. Das können andere besser. Ich beschreibe hier, welche Schritte aus meiner Erfahrung anstehen, welche besonderen Anforderungen auf die Sterbefastenden zukommen, und die Aufgaben und Angebote professioneller Sterbebegleitender.

Freiwilligkeit und Freiverantwortlichkeit

Die Freiwilligkeit sowie die Freiverantwortlichkeit sind absolute Grundbedingungen zum FVET. Damit fallen zumindest zwei Menschengruppen als mögliche Sterbefastende aus:
Erstens Menschen, die dementiell verändert sind. Ein dementer Mensch weiß nicht mehr, dass er/sie nicht mehr essen möchte. Wenn ich einer dementen Person etwas zu essen hinstelle oder nur danach frage, wird im Normalfall das Angebot angenommen.
Da FVET ein starkes Durstgefühl aufkommen lässt, ist bei dementen Menschen der Durst als Antrieb so vorrangig, dass das Fasten notfalls an der Blumenvase oder der Kloschüssel beendet wird.

Zweitens Menschen, die aus psychischen Gründen nicht in der Lage sind, die Entscheidung frei zu treffen. Wer sich in einer akuten (oder chronischen) Notlage befindet, sieht nur die Notlage und nicht die möglichen Perspektiven. Ein Beispiel: Ein jugendliches Pärchen trennt sich: Es fühlt sich an wie eine große Katastrophe, das Leben macht keinen Sinn mehr und Sterben scheint der letzte Ausweg. In diesem Moment ist die Person nicht freiverantwortlich. Menschen, die eventuell nicht freiwillig entscheiden, zum Beispiel: Wenn die Kinder sagen „Mutter, wir können uns deine Pflege nicht mehr leisten“. Dann kann der soziale Druck so groß werden, dass eine Entscheidung der Mutter vielleicht nicht als freiwillig angesehen werden kann.

Einvernehmlich

Im Gegensatz zu den meisten anderen Möglichkeiten das Leben selbstgewählt zu verlassen, ist der FVET eine verletzungsfreie Form, zu sterben. Wenn es gut vorbereitet wird.
Ich finde, das Heilsame am Sterbefasten ist, dass du möglichst wenig verletzend agierst. Wenn du den Lieben in deiner Umgebung sagst, dass du mit dem Leben langsam aufhören willst, dann gibst du ihnen die Chance, sich von dir zu verabschieden. Ihr könnt die Trauerfeier zusammen zelebrieren, ihr könnt ein letztes gemeinsames Essen veranstalten – und niemand muss nach deinem Tod mit dem Gefühl leben: „Hätte ich das eher gewusst, hätte ich doch noch …“ Beim FVET können sich auch die Profis wie Hausärzte und Pflegepersonal positionieren, die dich begleiten werden. Das ist wichtig, weil es meist Schmerzmedikamente und / oder Beruhigungsmittel braucht, die in der Schlussphase gespritzt werden können. Es reicht also nicht, die letzten Wochen immer eine Schmerztablette an die Seite zu legen, sondern dein Hausarzt muss starke Medikamente zum Spritzen verordnen. Der Pflegedienst sollte die Anforderung „nur noch Mundpflege und Lagerung“ mitgehen können und dich beispielsweise nicht zum Trinken drängeln. Alle Beteiligten sollen Bescheid wissen. Ist dem nicht so, habe ich erlebt, dass die Beteiligten ärgerlich reagieren, wenn sie mitbekommen, dass sie eine sterbefastende Person begleiten sollen, ohne dazu informiert und gefragt worden zu sein.

Abbrechbar

Sterbefasten ist wie jedes Fasten abbrechbar. Bis zu einem gewissen Zeitpunkt auch ohne Konsequenzen für den Körper. Es lässt sich nicht genau sagen, wann der letzte Zeitpunkt ist. Irgendwann ist die Niere zerstört, daraufhin riecht der Urin anders, und dann ist es unumkehrbar.

Der Raum

Es braucht keinen besonderen Raum zum FVET. Ein großes Bett kann sinnvoll sein, so ist ein möglicher Bedarf nach (Körper-)Nähe am einfachsten zu stillen. Der Raum sollte nicht direkt neben der Küche sein, die Begleitpersonen essen ja weiter, und kochen und brutzeln… Der Raum wird manchmal von den Hinterbliebenden als „das Todeszimmer“ bedacht, oder die ganze Wohnung hinterher „geächtet“, gerade wenn das Sterbefasten nicht akzeptiert wird. Dafür ist es gut, sich vorher mit den Zugehörigen abzusprechen, vielleicht muss es doch ein extra gemietetes Apartment oder dergleichen sein. Aber ich finde, das Sterben zu Hause ist natürlich und wird von den meisten gewünscht...
Es braucht kein Pflegebett für das Sterbefasten, wenn es nicht aufgrund der vorherigen Situation schon vorhanden ist. Es werden keine besonderen Einrichtungen benötigt, das Zimmer soll von der sterbefastenden Person als gemütlich empfunden werden können. Sterbefasten ist kein wirklich pflegerisch aufwändiger Weg, Und der Raum muss nicht danach ausgesucht werden, ob das Bestattungsinstitut mit dem Sarg hinein passt. Es gibt viele Möglichkeiten, eine verstorbene Person würdevoll aus jedem Zimmer heraus zu tragen.

Die Zeit(planung)

Wenn Menschen aufhören zu essen und zu trinken, dann sind sie nach drei Tagen tot. Falsch. Auch Aussagen wie 3 Tage ohne trinken, 7 Tage ohne essen – falsch.
Richtig ist: es gibt kein festes Maß. Jeder Mensch ist anders, startet mit unterschiedlicher Konstitution, hat un5 terschiedliche Wünsche, was das Fasten angeht, hat andere MentalPower.
Ich habe vom Moment des „Starts“ bis zum Eintritt des Todes schon alles gesehen: „Am nächsten Tag war er tot“ bis hin zu „es hat 6 Wochen gedauert“.
Richtig ist, es gibt kein Richtig.
Die verschiedenen Phasen des FVET werden ausführlich in einem gesonderten Kapitel beschrieben. Es gibt die Zeit, in der die Entscheidung gefällt wird, mit den Zugehörigen gesprochen wird, medizinischer Beistand gesucht wird und Weiteres.
Und dann muss mit allen Betroffenen ein Zeitkorridor abgestimmt werden. Nicht dass der Hausarzt in Urlaub ist oder dass es andere „wichtige“ Hinderungsgründe bei den Begleitenden gibt.
Folgendes kann ein ungefährer Anhalt sein:
2-3 Monate kann es dauern, die Entscheidung zum FVET klar zu haben. Im Inneren, ganz im Einklang, unverrückbar.
Vielleicht hast du in dieser Zeit schon mit Zugehörigen gesprochen, die Hausärztin befragt und Weiteres, zum Beispiel den Sterbelotsen oder ähnlich kompetente Menschen mit in das Team geholt.
Ungefähr 1 Monat brauchst du für Gespräche mit Zugehörigen und die eventuelle Suche nach einer hausärztlichen Begleitung.
Die Dauer des eigentlichen Fastens wird meist mit 1-3 Wochen angegeben.
3 Tage vor „Start“ hörst du auf, üppig zu essen, die großen und reichhaltigen Gerichte werden jetzt abgelöst durch leichtes leckeres Essen.
Am vorletzten Tag vor dem Fastenbeginn sorge für gutes Abführen, ob jetzt Zäpfchen oder Klistier ist egal, Aufquellprodukte funktionieren nicht, wenn sie erst jetzt zum Zuge kommen, weil die viel Flüssigkeit brauchen.
Aber wer absolut nicht möchte oder kann – es geht auch ohne forciertes Abführen.

Papierkrams, Wünsche

Ich empfehle, alle folgenden Wünsche so aufzuschreiben und auffindbar zu machen, dass alle davon wissen, die sich kümmern sollen.
Ich empfehle, eine erweiterte Patientenverfügung aufzuschreiben.
Ich verlange immer eine klare Schweigepflichtsentbindung, damit ich weiß, wem ich was sagen darf im Laufe der Begleitung. Ohne dürfte ich beispielsweise den Kindern nicht sagen, wie es der Mutter geht. Und dem Hausarzt nicht, dass die Symptome mehr werden. Ich empfehle dir aufzuschreiben, was du dir wünscht, wie nach dem Tod mit dir umgegangen wird, wenn du dir etwas wünschst. Angefangen von „wer soll benachrichtigt werden“, „wer soll dich noch mal besuchen dürfen“, „das letzte Kleid“, wie und wo möchtest du aufgebahrt werden, wie möchtest du bestattet werden - bis hin zur „letzten Feier“ – wer darf kommen und wer nicht.
Ich empfehle die letzte Garderobe rauszuhängen oder speziell zu platzieren.
Wer soll welche Rede reden, welche Musik soll gespielt werden, welcher Kuchen soll serviert werden – wer sich zu Lebzeiten darum kümmert, muss sich im Grab nicht ärgern.

Medizin

Es braucht medizinische Begleitung! Am besten ist eine Hausarztpraxis, die Erfahrungen in der Palliativmedizin hat.
Die meisten sterbefastenden Menschen wollen aus dem Körper, wenn er Schmerz verursacht. Um „gut“ zu sterben, braucht es also Schmerzmedikamente. Da beim Fasten Tabletten, Kapseln oder dergleichen nicht mehr genommen werden können und der Magen-Darm- Trakt nicht mehr gut arbeitet, müssen die meisten Medikamente gespritzt werden. Dafür lässt sich eine Mininadel mit angeschlossenem Schlauch in den Oberschenkel so fixieren, dass jede Person, auch ohne Erfahrung, darüber Medikamente nach ärztlicher Verordnung geben kann.
Die Ärztin oder der Arzt wird nach meinen bisherigen Erfahrungen Morphin und Midazolam verordnen, allerdings sinnvollerweise nur in Dosierungen, die nicht das Sterben verursachen.
Die bisherigen Medikamente, zum Beispiel zur „Herzstärkung“, sind natürlich nicht mehr sinnvoll und können weggelassen werden. Medikamente zur Erhaltung der Lebensqualität wie beispielsweise krampfverhindernde Medikamente müssen ebenfalls auf Injektionen umgestellt werden. Dabei ist drauf zu achten, dass der Wunsch: „Ich möchte nicht mehr essen und trinken“ durch die Gabe von vielen Millilitern Flüssigkeit durch die Infusion, nicht hintergangen wird. Wer morgens und abends 200ml Infusion bekommt, bei dem dauert das Sterbefasten viel länger und das ist eher quälend, wenn es nicht vorangeht…
Außerdem muss der Tod von einer Ärztin oder einem Arzt festgestellt werden. Dafür ist es gut, den Krankenverlauf gut dokumentiert parat zu haben, damit im Totenschein ein natürlicher Tod festgestellt werden kann.

Totenschein

Im Totenschein bescheinigt eine Ärztin oder ein Arzt, dass der Tod auf natürliche Weise eintrat. Im besten Fall.
Und wenn die Krankengeschichte bekannt ist.
Im Totenschein muss immer beschrieben werden, warum jemand starb, also starb an X aufgrund von Y als Folge von Z. Dadurch soll beim Ausfüllen noch einmal der Todesverlauf in einer Kausalkette nachvollzogen werden. Unser Ziel im Sinne der Totenruhe sollte sein, dass ein natürlicher Tod bestätigt wird. Die Aussage „unklare Todesursache“ oder „nicht natürlicher Tod“ führen zu wei9 teren Untersuchungen. Auch hierfür ist es gut, die langjährige Hausarztpraxis an der Seite zu haben.

Verlauf

Manche Menschen hören sofort auf zu essen und zu trinken. Kleinste Flüssigkeitsmengen, vielleicht als Eiswürfel, sind immer möglich.
Andere Menschen nehmen weiter Flüssigkeit zu sich und hören erst einmal auf zu essen, in der Hoffnung, dass es dann einfacher ist.
Nach meiner Erfahrung ist das Hungergefühl nach 1-2 Tagen ohne zu essen weg und dann ist es keine Herausforderung mehr, nicht zu essen.
Die ganze Zeit wird mit guter und häufiger Mundpflege der Mund feucht gehalten, inklusive der Gaumenhöhle.
Die Unterhaltung wird schwieriger, die fastende Person wird mitunter noch einmal „richtig gut drauf“ sein durch die Endorphinausschüttung im „FastenHigh“, aber dann auch immer dämmeriger.
Körperpflege geht am Anfang noch gut selber, wird aber oft nicht mehr als wichtig angesehen. Der Gang auf die Toilette wird aus Kraftgründen mühsam. Vorlagen oder „Windeln“ sind jetzt die Retter im Zwiespalt, das Bett sauber zu halten und keine Kraft mehr für den Toilettengang zu haben.
Die Mundpflege, bisher noch von der fastenden Person selber durchführbar, wird jetzt von Anderen übernommen.
Zur Mundpflege wird immer auch etwas Flüssigkeit „getrunken“, das ist ok! Selbst eine Sprühflasche gibt ja Flüssigkeit ab, und wenn ich viel sprühe, ist es halt „viel“ Flüssigkeit. Wichtiger als Milliliter ist das Empfinden! Irgendwann sind die Augen mehr zu als offen. Die Teilnahme am familiären Geschehen ist schwer, aber möglich. Achtung! Das Gehör ist bis zum Schluss aktiv! Die Zugehörigen überlegen sich, was im Zimmer erzählt wird!
Irgendwann haben die Begleitenden das Gefühl: Jetzt nimmt die sterbende Person nicht mehr teil, ist ohnmächtig.
Aber es gibt noch Reaktionen auf die Außenwelt.
Irgendwann ist das Gesicht der Person friedlich, leicht, ohne Schmerz – der Tod ist eingetreten.

Mundpflege

Ohne besondere Umstände (wie das FVET) machen wir Menschen Mundpflege automatisch: Wenn die Lippen trocken sind, lecken wir uns einmal darüber, wenn die Mundhöhle trocken ist, trinken wir etwas, im Winter pflegen wir die Lippen wegen der trockeneren Luft mit Pflegebalsam, Fettstiften und Ähnlichem.
Beim FVET sind diese Automatismen durcheinander, die Mundpflege muss „extra“ gemacht werden. Die physiologischen und spontanen Abläufe müssen so gut wie möglich nachgebildet werden. Dadurch kann mein Versprechen „ohne Qual“ eher eingelöst werden.

Eine gute Idee bei den Überlegungen zur Mundpflege ist es, früh zu versuchen, das für den Geschmack der sterbenden Person Leckerste Pflegemittel zu finden. Bitte keine Mittel mit Glycerin. Die lösen Durst aus, weil das Glycerin Wasser an sich bindet und damit Trockenheit im Gewebe verursacht. Bitte keine Stäbchen mit Zitrone, Limone oder Orange. Wenn die Mundschleimhaut nicht mehr intakt ist, brennt das alles.

Gut geht:

  • alles, was schmeckt, in kleine Eiswürfelformen füllen und einfrieren
  • Verschiedene Getränke mittels Pumpsprühflaschen direkt in den Mund zu sprühen
  • ein Schaum, der mit einem Aufschäumer (zum Beispiel https://biozoon.de/shop/product/seneopro-airset-mit-pumpe/) aus jeder Flüssigkeit hergestellt werden kann und dann mit einem Löffel angereicht oder selber genommen werden kann. Damit hinterbleibt einerseits das „noch löffeln“ und andereseits entsteht auch einen Feuchtefilm im Mundraum.
  • mit einem Stofftaschentuch statt mit Wattestäbchen zu arbeiten
  • mit einer selbstgemachten Butter/Honig-Paste oder dergleichen zu pflegen
  • oft zu pflegen (oder anbieten)
  • nicht bei jedem Tropfen zu meckern ;-)

MindPower

Sterben braucht Kraft und Klarheit.
Diese Kraft und Klarheit bezeichne ich als MindPower.
Wer voller Elan und Überzeugung mit dem FVET beginnt und sich positiv mit der Situation auseinandersetzt, hat einen leichteren und meist schnelleren Fortgang als jemand, der nur halb fastet und bei jeder Entscheidung den Weg insgesamt in Frage stellt.

Mein Leitsatz:

  • In der Zuversicht bleiben
  • und nicht mehr wollen

Nicht ämpfen um das Sterben, sondern in Ruhe das Leben gehen lassen.
Dazu einige Beispiele aus meiner Arbeit:

  • Ich habe einen Menschen begleitet, der am nächsten Tag gestorben ist. Er hatte verstanden, dass es jetzt nur noch um sein Sterben geht.
  • Ich habe eine Frau begleitet, die so um das Sterben gekämpft hat, dass sie nicht sterben konnte. Erst als sie das Kämpfen loslassen konnte, ist sie gestorben.
  • Ich habe eine Frau begleitet, die wollte keine Schmerzmittel nehmen, weil sie klar bleiben wollte. Wegen der Schmerzen war sie aber immer am Rande der Ohnmacht – also gar nicht klar und immer am Kämpfen. Nachdem sie dann ein Schmerzmittel zugelassen hat, konnte sie ruhig und wach sterben.
  • Ich habe einen Mann begleitet der vergessen hat, dass er sterben wollte. Außerdem fand er es so angenehm, von mir begleitet zu werden. Erst als ich ihm gesagt habe, dass er heute den letzten Tag bei mir sterben kann, (weil danach andere Sterbebegleiterinnen kamen) – da ist er um 23.27 gestorben. Sterbefasten ist ein Weg, kein ganz leichter aber ein aktiver Weg. Wer diesen Weg gehen möchte, dem empfehle ich, sich Unterstützung zu holen.

Danach

Ruhe
Tee trinken für die Begleitenden, Kerzen an, einen Segen sprechen für das Team und die gestorbene Person.
!Nicht den Notarzt anrufen über 112! Wenn der Hausarzt nicht kommen kann, 116117 wählen (ärztlicher Notdienst) und ganz klar sagen: „erwartbarer Tod, kein Notfall“.
Damit kann die Leitstellenbesetzung sich darauf einrichten, dass die Notfall-Checklisten für Rettungen nicht abgearbeitet werden müssen. Meist vergehen mehr als zwei Stunden bis der Arzt kommt. Erst dann sind sichere Todeszeichen sichtbar und das ist für die Ausstellung des Totenscheines notwendig. Nun erst mal selber ankommen. Nicht gleich loswuseln. Zeit zum Abschied nehmen, Fenster auf machen (damit die Seele gehen kann) und das Zimmer vielleicht von Pflegedingen befreien.
Nun ist ein guter Zeitpunkt, einen Bestatter zu informieren.
Ich finde es sehr wichtig, dass alle Zugehörigen kommen dürfen und noch einmal begreifen, verstehen, fühlen, sehen, anfassen: da ist jemand tot.
Für die nahen Zugehörigen empfehle ich, eine rituelle Totenwaschung durchzuführen, da geht es nicht um eine hygienische Ganzwaschung oder um „Saubermachen“, sondern noch einmal liebevoll - die Stirn abwaschen, - Hände und Füße waschen - und vielleicht eine Pflegelotion einreiben. Dann die letzte Garderobe, nett hinlegen. Dieses Ritual ist in meinen Augen einer der wichtigsten Trauerschritte.
Aufbahrung zu Hause – die meisten Bestatter können gewährleisten, dass die gestorbene Person noch zu Hause aufgebahrt bleiben kann. Auch wenn der Mensch im Krankenhaus gestorben ist, kann das Bestattungsinstitut eine Aufbahrung zu Hause durchführen.

Sterbelotse

Ich kenne mich im Bereich der Sterbebegleitung und speziell beim Begleiten des freiwilligen Verzichtes auf Essen und Trinken gut aus und biete unter anderem Folgendes an:
Ich kann begleiten – DU hast die Handlungshoheit!
Ich kann den ganzen Prozess aus der Ferne begleiten.
Wir treffen uns einmal und bereden deinen Weg und dann kannst du deinen Weg alleine gehen. Ich komme, wenn du mich brauchst.
Ich kann den Weg nahe dran begleiten, quasi auf der Bettkante sitzend.
Ich kann die Zugehörigen so weit schulen, dass sie dich bis zum Moment der Nicht-Mehr-Ansprechbarkeit begleiten.
Dann komme ich dazu, sitze am Bett und mache Nachtwache.
Ich kann den Zugehörigen auch danach zur Seite stehen, zum Beispiel die Auflösung des Haushaltes mit koordinieren.
Ich kann anbieten – DU darfst fragen. Und wünschen.
Ich bin ein guter Wünscheerfüller.
Frag mich. Ich bin da.

Sterbelotse Andreas Striefler
Bäckerstr. 6
31226 Schmedenstedt / Peine
https://sterbelotse.de
Andreas@sterbelotse.de
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